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Blick vom Dach des inzwischen abgerissenen Hauses im Frühjahr 2007

 

Das Tagebuch ist chronologisch von unten nach oben angelegt.

April 2008: Am 4. April wurde das Gerüst entfernt und man konnte erstmals das Haus ungetrübt in Augenschein nehmen.

Da die Luftfeuchtigkeit im Haus immer noch recht hoch war und wir den Umzug schon in Planung hatten, haben wir uns einen Luftentfeuchter gemietet, der einerseits höllischen Lärm gemacht hat und anderseits reichlich Strom verbraucht hat.

Am 12. April sind wir dann mit Hilfe einer ganzen Reihe von Freunden umgezogen. An dieser Stelle auch noch einmal recht herzlichen Dank an Alle!

Nun brach die Zeit an, sich völlig neu zu sortieren und das neue Lebensgefühl zu begreifen und zu genießen.

März 2008: Anfang des Monats wurde die Heizungsanlage (Erdgas + Solarthermie zur Warmwasserbereitung) komplettiert und das Trockenheizen des Estrichs hat begonnen. Mit der Wärme im Haus bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit hat man das Gefühl in einem Tropenhaus zu sein. Ab jetzt wird täglich mehrmals stoßweise ordentlich gelüftet. Ein Hygrometer ist ganz praktisch, um die Entwicklung zu verfolgen. Wir hatten eine Wetterstation, die man an den PC anschließen kann.

Sören, unser Putzer trifft die notwendigen Vorbereitungen für den Außenputz. Im Haus wird die Treppe eingebaut und die Fließenarbeiten sind in vollem Gange.

Am Monatsende wurden die Innentüren eingebaut.

Februar 2008: Am 1. Februar waren die Installateure fleißig und vollendeten die Rohinstallation für die sanitären Anlagen.

In den Abendstunden des 4. Februars wurde dann das künftige Bad in helles Licht getaucht und zwei Amateure betraten die Bühne des Baugeschehens. Mit außerordentlichem handwerklichen Geschick entstand innerhalb von nur knapp zwei Stunden eine 2,2 m hohe, 1,05 m lange und 10 cm mächtige Trennwand, welche in den ursprünglichen Planungen so noch nicht vorgesehen war und deshalb in Eigenleistung errichtet werden musste. Der Putzer, der einzige professionelle Handwerker, der am folgenden Tag auf dem Bau war, bescheinigte uns präzisestes Arbeiten. Er schlug vor, dass sämtliche nachfolgenden Bauleute an dieser Wand ihre Wasserwaagen kalibrieren sollten.

Den Rest der Woche verbrachten die Putzer damit, das Haus von innen zu verputzen. Auch ich kann nur sagen: Ordentliche Arbeit!

Am 11. Februar wurde in allen Räumen die Wärme- bzw. Trittschalldämmung verlegt. Tags darauf waren auch die Heizschlangen für die Fussbodenheizung in allen Räumen verlegt. Wahrscheinlich sollte man es ja weitestgehend vermeiden, auf dem Dämmmaterial herumzulaufen, aber der Küchenplaner wollte, nachdem die Putzer in der vergangenen Woche fertig waren, noch einmal selbst das endgültige Maß für die Küche nehmen. Man läuft dabei ja sowieso schon wie auf Eiern und zusätzlich versucht man nun noch die Lücken zwischen den Heizschlangen zu treffen.

Mitte des Monats wurde der Estrich gegossen.

Januar 2008: Pünktlich am 7. Januar wurden die Dachziegel angeliefert und die Dachdecker haben mit den notwendigen Vorbereitungen begonnen. Am 8. Januar sind die ersten Ziegel auf das Dach gelangt und die Nordseite ist fertig eingedeckt worden. Auch die Dachrinnen an Nord- und Ostseite wurden angebracht. Am 10. Januar wurde die Solarthermieanlage für die Brauchwassererwärmung montiert.

Das Dach ist am 14. Januar fertig gestellt worden. Der rote Tonstaub, der beim Schneiden der Ziegel enstanden ist, hat sich über das ganze Dach gelegt und lässt es noch nicht im gewünschten Farbton erscheinen. In der darauf folgenden Woche regnete es aber ausreichend, um den Staub abzuspülen.

Die Fenster wurden am 17. Januar geliefert. Die Eingangstür vom alten Haus wurde zur neuen Tür für den HWR.

In dieser Woche werden im Erdgeschoss die Abdichtbahnen verschweißt. Im Obergeschoss ist man dabei die Decke zu dämmen, die Dampfsperre anzubringen und die Schienen für die Trockenbauelemente zu befestigen. Erst später haben wir festgestellt, dass die Fensterbretter, die ebenfalls in dieser Woche eingebaut wurden, witzigerweise die gleichen sind, wie wir sie in unserer jetztigen Wohnung haben. Nicht zuletzt war der Elektriker fleißig und hat die noch fehlenden Leitungen im Obergeschoss verlegt.

Dezember 2007: Mit dem Gießen der Geschossdecke wird am 3. Dezember das Erdgeschoss komplettiert. Dann herrscht erst einmal zwei Tage Ruhe auf dem Bau, so dass am 5. Dezember das zweite Geschoss errichtet wird. Einen Tag darauf wird dieses, bis auf eine Innenwand, durch das Gießen des Ringankers fertiggestellt.

Vom Beginn der Bauarbeiten bis zur Fertigstellung des Rohbaus hat es also etwas weniger als einen Monat gedauert.

Am 10. Dezember wurden die ersten Elemente für den Dachstuhl angeliefert. Die Zimmerleute sind dann am 13. Dezember aktiv geworden und haben innerhalb eines Tages den Dachstuhl errichtet.

Das Richtfest haben wir auch wirklich am gleichen Tag gefeiert. Das Wetter spielte zwar soweit mit, aber ohne den Terrassenstrahler vom Ray (Danke noch einmal von dieser Stelle aus!) währe es zu dieser Jahreszeit weniger gemütlich gewesen. Eigentlich hatte ich mit dem Strahler ein gewisses ungutes Gefühl, weil der ja mit Flüssiggas betrieben wird und das ja manchmal nicht so richtig funktioniert. Es ging aber alles soweit gut und uns wurde insbesondere vom Zimmermann selbst später gesagt, dass es ein schönes und würdiges Richtfest gewesen sei.

Am Folgetag wurden die Unterspannbahnen auf dem Dachstuhl angebracht und nun sah es schon fast wie ein richtiges Haus aus.

Am 17. Dezember wurde die letzte, noch fehlende Wand gemauert, die Dachlattung aufgebracht und eine Plane über das Dach gedeckt, damit der Bau sozusagen in die Weihnachtsferien gehen konnte.

Es ist vorgesehen im Neuen Jahr am 7. Januar mit der Dacheindeckung zu beginnen.

November 2007: Am 1. und 2. November haben wir im hinteren Bereich des Grundstücks vorsorglich schon den Aushub für den im Frühjahr zu realisierenden Teich vornehmen lassen. Später würde es schwierig werden, mit so einem großen Bagger am Haus vorbeizukommen, ohne Schaden anzurichten.

Am 5. November erfolgten die Einmessung des Hauses und noch einige Detailbesprechungen mit der Bauleiterin vor Ort. Nebenbei erzählte mir der Vermesser, dass uns noch ein ganzer Streifen entlang des Grundstücks außerhalb des Zaunes gehören würde. Hatte mich schon gewundert ... kam mir gleich irgendwie zu klein vor ;-)

Am 8. November bin ich abends noch einmal zum Grundstück gefahren und da standen schon der Bagger und ein LKW für den Erdaushub am folgenden Tag bereit. Der Bodengutachter wurde von der Bauleiterin auch noch einmal vor Ort geschickt, um die Bodenverhältnisse beim Aushub in Augenschein zu nehmen. Dadurch konnten wir gegenüber den ursprünglichen Annahmen aus dem Bodengutachten doch noch einmal einige Zentimeter Aushub und Austauschmaterial (kiesiger Sand) sparen, was sich für uns in reduzierten Mehrkosten widerspiegelt. Der Vertrag mit Elbe-Haus sieht standardmäßig einen Bodenaustausch von bis zu 30 cm vor, der aber in unserem Fall von Vornherein nicht ausreichend war. Am folgenden Montag, den 12. November wurde der Erdbau durch Einbringen und Verdichten von weiterem Austauschmaterial abgeschlossen.

Der 13. November sollte nun der Tag sein, an dem erstmals Beton floss. Vorher wurde aber der Bereich der Frostschürze ausgehoben und die Grundleitungen durch die Installationsfirma verlegt. Außerdem wurde über einer Abdeckung aus Noppenbahnen die Armierungen für die Bodenplatte verlegt. Die Frostschürze wurde gegossen und am folgenden Tag nach der Einschalung die eigentliche Bodenplatte.

Die Errichtung des Rohbaus wurde am 28. November wie vorgesehen begonnen. Innerhalb von 3 Tagen stand das Erdgeschoss und die Filigrandecken waren aufgelegt. Auch der Elektromeister schon hat seine Arbeit begonnen.

Oktober 2007: Am 10. Oktober, also 2 Tage vor Ablauf der Frist, liegt nun endlich der bestätigte Bauantrag im Briefkasten. Nennen wir es gedämpfte Freude, die ich empfunden habe. Tatsächlich erfreulich war, dass es keinerlei Auflagen gab.

Ende des Monats sind wir zum Bad- und Sanitärausstatter gefahren und haben unsere "Badmöbel" zusammengestellt. Beeindruckt waren wir von einem offenen Wasserlauf (Hahn dazu zu sagen, wäre eine Beleidigung), der ohnehin schon recht stilvoll aussah aber zudem das Wasser durch Licht blau bzw. rot färbte und dadurch die Temperatur anzeigte. Dieser war aber deutlich oberhalb unserer Preisvorstellungen und so haben wir ihn einfach als kitschig deklariert.

August/September 2007: Beide Monate verstrichen ohne größere nennenswerte Aktionen. Wir haben noch vom Hausabriss verbliebenen Stahl- und Kupferschrott weggebracht. Den im Frühjahr für September geplanten Termin für den Erdgasanschluss, musste ich verschieben, da es ja noch nichts gab, wo er hinverlegt werden konnte.

Natürlich haben der Bauträger und auch ich immer wieder mal beim Bauamt nachgefragt, wie es denn mit dem Bauantrag steht. Wir erfuhren, dass die zuständige Bearbeiterin krank und später zur Kur sei. Insgesamt gab es wohl einen Bearbeitungsstau, der darauf hindeutete, dass die dreimonatige Frist ausgeschöpft werden würde. Die Bauleiterin teilte mit, dass man sich darauf nun einstellt, um dann entsprechend loszulegen.

Juli 2007: Am 12. Juli erhalten wir die Eingangsbestätigung für den Bauantrag.

Am 13. Juli erfolgt die Baugrunderkundung. Das Ergebnis, welches uns Ende Juli vorliegt, lässt erkennen, dass der Boden nicht gerade erlesenste Qualität für eine Gründung ist. Sicher wird eine ganze Menge Material auszutauschen sein. Hoffnung macht mir noch der Umstand, dass die Rammsonden, die an zwei Ecken des Hauses gesetzt wurden, oberhalb genau den Bereich durchdrungen haben, an dem einerseits ich gebaggert hatte und andererseits sich der frühere Plattenweg zum alten Haus befand, wo ja sicher auch einmal etwas aufgewühlt wurde.

Ende Juli konnten wir noch ein Schauspiel der besonderen Art vom Grundstück aus betrachten. Die von Leipzig ausgehende Ballonfiesta führte über 30 Ballons z. T. direkt über unsere Köpfe hinweg. Der Startplatz lag Luftlinie etwa 10 km weit weg und trotzdem waren die Ballons relativ dicht beisammen geblieben.

Juni 2007: Der Bauantrag ist abgegeben und nun heißt es Warten. Warten auf die Bestätigung, dass die Unterlagen vollständig sind, denn erst ab dann läuft die Bearbeitungsfrist von drei Monaten.

Bei schönem Wetter haben wir´s uns dann ab und an auf dem Grundstück gemütlich gemacht und mit Freunden und in der Familie gegrillt. In einem Pool, den der Opa gestiftet hat, haben wir schon mal einen Vorgeschmack auf den ebenfalls geplanten Schwimmteich bekommen. Der Teich soll hauptsächlich als Reservoir für das anfallende Regenwasser dienen, da in Sachsen sonst entsprechende Gebühren anfallen.

Schon am 1. April hatte ich gemeinsam mit meinem Sohn per Handschachtung die bestehende Wasserleitung gefunden. Der Schwiegervater war zwar vorher an der gleichen Stelle schon fleißig gewesen, hatte aber zu früh abgebrochen und dadurch sein Erfolgserlebnis verpasst.

Durch die Aktivitäten des Baggers beim Abriss war das Loch aber wieder zugeschoben worden und wir mussten erneut ans Werk. Da ich keine Lust hatte, bei Temperaturen um die 30° C und völlig ausgetrocknetem Boden erneut mit dem Spaten nach der Leitung zu suchen, um sie letztlich ganz freizulegen, habe ich übers Wochenende einen Mini-Bagger geordert. Hat das Spass gemacht! Da ich mit der eigentlichen Aufgabe ruck zuck fertig war, bin ich dann mit dem Gerät quer über´s Grundstück gefahren und habe das Gelände manipuliert. Ich kann jedem Bauherren, der nicht sonst schon mit einem Bagger oder Ähnlichem zu tun hat, nur empfehlen, das auch mal zu tun.

Mai 2007: Die Unterlagen für den Bauantrag werden vom Planer erstellt. Es gibt noch eine ganze Reihe von Dingen zu klären. Welche bestehenden Leitungen wo liegen, wo sich die Zufahrt genau befinden soll usw. Es werden auch noch ein paar Wände um einige Zentimeter verschoben.

April 2007: Natürlich reagierte IBG nicht begeistert auf mein Schreiben zur Vertragskündigung und lehnte erst einmal mit der Androhung von Konsequenzen ab. Mein zweites (dann etwas schärfer formuliertes) Schreiben führte aber zu der Einsicht, dass es doch sinnvoller sei, mit so einem Querulanten wie mir kein Haus zu bauen. Sie wünschten uns einige Zeit später alles Gute.

Durch das Warten auf die Bestätigung der Kündigung verging noch eine Weile, bis wir mit Elbe-Haus durchstarten konnten. Wir hatten in den nunmehr dritten Vertrag eine entsprechende Klausel aufgenommen, nach der ich von diesem zurücktreten könnte, falls die Kündigung, aus welchen Gründen auch immer, nicht akzeptiert werden würde.

Meine Vorgehensweise, ganze drei Verträge zu unterschreiben, bis man den richtigen Partner gefunden hat, möchte ich ausdrücklich nicht weiter empfehlen. Ich hoffe aber, dass deutlich geworden ist, wie es dazu kam.

Nun, wo sich abzeichnete, dass es langsam losgehen konnte, haben wir das alte Haus abreißen lassen. Im Kindergarten war der bevorstehende "Baggereinsatz" bekannt und so wurde ein Ausflug für die Gruppe unserer Tochter initiiert. Die Kinder verfolgten in gebührendem Abstand und sichtlich beeindruckt, wie der Bagger mit brachialer Gewalt das alte Haus Stück für Stück zerlegte.

 

 

März 2007: Die weiteren Gespräche mit IBG gaben uns zunehmend das Gefühl, dass wir nun auf dem richtigen Weg waren. Erste Bemusterungen fanden statt und Vertragsdetails wurden besprochen. Der Verkäufer selbst empfahl uns einen Finanzierungsberater, der nicht einmal von der hauseigenen IBGFinanz war. Das wirkte alles unverkrampft und kundenorientiert. Selbst Hergen hatte nur noch wenige Bedenken anzumelden.

Alles lief nun darauf hinaus, mit IBG den Vertrag abzuschließen und wir vereinbarten einen Termin für den 19. März. Zu unserer Überraschung rief einen Tag vorher (ein Sonntag) Herr Basmer von Elbe-Haus an und teilte mit, dass er das Angebot noch einmal überarbeitet hätte und nun einen Vorschlag unterbreiten könnte, der unseren Vorstellungen entsprechen würde. Wir erklärten ihm, dass wir uns nun schon entschieden hätten und am nächsten Tag Vertragsunterzeichnung ist. Er meinte, dass wir aber die Rücktrittsklauseln in dem Vertrag beachten sollten, da er etwas wirklich Interessantes für uns hätte. Naja, mal abwarten dachten wir uns und fuhren am anderen Tag wie vorgesehen zum Vertragsabschluss mit IBG. Eigentlich war es ein sehr sicheres Gefühl bei der Unterzeichnung und wir hatten keinerlei Zweifel, dass es das nun wirklich ist.

Da wir nette Menschen sind, haben wir Herrn Basmer noch einmal die Gelegenheit gegeben, uns zu erklären, was er uns denn nun Spektakuläres zu bieten hätte. Man ahnt es nun sicher schon ... obwohl es sich im Prinzip äußerlich um das gleiche Haus handelte, gab es tatsächlich einige nicht unwesentliche Vorteile, die er uns offerierte. Insbesondere waren das qualitative Unterschiede und Leistungen, die wir bei IBG sonst selbst zu erbringen hätten. Zudem wurde immer mehr spürbar, dass Herr Basmer tatsächlich mit einer besonderen Leidenschaft für´s Bauen ausgestattet ist und mehr als bisher alle Anderen hinter seinem "Produkt" stand. Diese Einstellung würde sich doch bestimmt in der Bauausführung widerspiegeln, dachten wir uns. Wir kamen also ins Grübeln und es gab einen nächsten Termin, zu dem weitere Details besprochen wurden. Letztlich war uns klar, dass es doch noch besser wäre, mit Elbe-Haus zu bauen.

Februar 2007: Naja, der Hausverkäufer war natürlich sauer und versuchte noch uns umzustimmen. Schlimmer war für mich das Gefühl, praktisch wieder bei Null anzufangen.

Nun recherchierten wir erneut und kurbelten weitere Gespräche mit anderen Bauträgern an. Das war alles nicht sonderlich ergiebig. Mein Frauchen fand jedoch kurze Zeit später im Internet ein Angebot von IBG-Haus, was uns beiden auf Anhieb gefiel. In Verbindung mit einer zu der Zeit laufenden Sonderaktion über zusätzliche kostenlose Wohnfläche gegenüber dem Standardangebot, klang das zumindest recht interessant. Nach der Begutachtung des angeforderten Informationsmaterials kamen wir zu dem Schluss, dass es sich wohl lohnen könnte, mal einen Termin zu machen.

Parallel dazu fand in Leipzig die Immobilienmesse HAUS-GARTEN-FREIZEIT statt, die wir natürlich auch besuchten. Wir trafen dort eine Reihe von inzwischen bekannten Vertretern wieder und führten Gespräche mit für uns neuen Anbietern. Der Briefkasten quoll dann zwar in den folgenden Tagen über, es war aber doch nichts dabei, was unser Interesse wirklich geweckt hätte.

Nun konzentrierten wir uns also weiter auf das IBG-Angebot, hatten diverse Gespräche mit dem für uns interessanterweise nicht auf Provisionsbasis arbeitenden, sondern fest angestellten Verkäufer und sahen uns eine Stadtvilla, wie sie uns vorschwebte, in der Nähe von Merseburg in natura an. Das war alles nach unserem Geschmack. Sämtliche Fragen, die wir hatten, wurden bestens beantwortet.

Zwischendurch hatte uns Hergen noch einen Termin mit Herrn Basmer von Elbe-Haus organisiert. Das klang auch alles ganz gut. Jedoch stimmte seine Planung nicht mit unseren Vorstellungen überein (vielleicht hatte Hergen ihn nicht präzise informiert). Wir hatten jedoch bemerkt, dass da qualitativ doch noch ein wenig mehr als bei IBG drinsteckte, der Preis aber dadurch doch ein Stück über unseren Vorstellungen lag. IBG blieb also weiter der Favorit.

Entsprechend der Baumschutzsatzung mussten wir in diesem Monat auch noch die Bäume fällen, die in dem Bereich standen, an dem das neue Haus stehen sollte. Vom Bauamt in Taucha wurde uns von Vornherein gesagt, dass wir das Haus näher als das alte zur Straße bauen müssten. Acht etwa 30 Jahre alte Fichten mussten weichen. Es war erstaunlich, wie viel Platz an dieser Stelle plötzlich war. Anderseits ging ein beträchtliches Stück der ursprünglichen Idylle des Grundstücks verloren.

31. Januar 2007: Wir haben unseren ersten Hausbauvertrag unterschrieben. Unter dem nach mehreren Terminen zunehmenden Druck eines Vertreters, der sich aber nach unseren bisherigen Erfahrungen vergleichsweise geduldig mit uns zeigte, kamen wir an diesem Abend an den Punkt, wo es ernst wurde. Es schien tatsächlich alles soweit zu passen und uns fielen keine echten Argumente mehr ein, einen Vertragsabschluss noch länger hinauszuzögern. Nach einem arbeitsreichen Tag, weiteren 3 oder 4 Stunden Verhandlungsmarathon (nebenbei die Kinder zu Bett bringen) und an diesem Tag auslaufenden Fristen für Sonderkonditionen war es zu diesem Zeitpunkt irgendwie vernünftig, zu einem Abschluss zu kommen. Wir hatten aber trotzdem irgendwie ein nicht hundertprozentig sicheres Gefühl dabei, so dass wir uns ausgebeten haben, den Vertrag noch zu behalten, um wenigstens eine Nacht darüber schlafen zu können. Wir haben dann den Vertrag, auch auf Anraten von Hergen (der mit dem Hund), nicht zum vereinbarten Termin abgegeben, weil doch ein paar Sachen nicht zu Ende gedacht war. Er wurde somit nicht wirksam. Puhhh, das ging noch einmal gut! Wir hätten uns später sicher mächtig geärgert.

Ich beschreibe diesen Vorgang so offen, weil er sehr schön zeigt, wie man situationsbedingt in Zugzwang kommen kann (bzw. gebracht wird) und faktisch überstürzt eine Entscheidung fällt, die man später wahrscheinlich bereut.

(Inzwischen haben wir erfahren, dass die Firma Anfang August 2007 Insolvenz angemeldet hat.)

folgende Wochen und Monate: Stunden über Stunden haben wir (manchmal bis nach Mitternacht) mit Hausbauvertretern zusammen gesessen und uns Angebote erklären lassen. Diese Ochsentour ist zwar ausgesprochen nervig und anstrengend, aber unbedingt nötig, um einigermaßen ein Gefühl dafür zu bekommen, was einem so für´s Geld geboten wird und um letztlich selbst zu erfahren, was man eigentlich wirklich will und sich leisten kann. Wir hatten zum Glück jemanden (den Hergen, welcher Bauplaner ist), der uns so ein bisschen in diesem Prozess beobachtet und auf subtile Weise etwas gelenkt hat. Er hat uns sicher vor einer Reihe von Fehlern bewahrt und wichtige Ratschläge gegeben. Beispielsweise, dass man einen Hund als Bauopfer unter der Türschwelle vergraben soll ;-) Na mal sehen...

Man kann dann recht bald einschätzen, welcher Vertreter nur schnell zu einem Abschluss kommen möchte, um seine Provision einzustreichen bzw. welcher einigermaßen ernsthaft auf die Belange des künftigen Bauherren eingeht und sich wirklich Gedanken macht.

Wir hatten da z. B. einen promovierten Menschen, der ganze drei Mal seine Chance bei uns bekam. Anfangs haben wir ihm erzählt, wo wir welchen Raum haben wollen usw. Beim nächsten Treffen kam er mit Skizzen, die gar nicht dem entsprachen, was wir ihm vorgegeben hatten. Für den Fall, dass wir uns eine Solaranlage zulegen, sollte natürlich die Ausrichtung einer geeigneten Dachfläche nach Süden vorhanden sein. Er wollte das nachbessern. Dann kam er wieder und hatte sogar die Räume an den richtigen Stellen. Nur das der Giebel immer noch nach Süden ausgerichtet war, was wir natürlich monierten. Sein Vorschlag war dann, dass wir doch einfach das ganze Haus um 90° drehen könnten. Da war dann Schluss mit lustig... außerdem wollte er uns andauernd eine Luft-Wärmepumpe einreden.

Übrigens hat uns ausnahmslos jeder Anbieter am Anfang eine Wärmepumpe als Heizung empfohlen. Hier rate ich jedem, genau zu kalkulieren. Eine Erdgasheizung ist zwar bei den Betriebskosten sicher nicht so günstig wie eine Wärmepumpe aber dafür in der Anschaffung wesentlich preiswerter. Die Mehrkosten für die Wärmepumpenanlage gehen ja in der Regel auch in die Finanzierung des Hauses ein. Rechnet man nun die dann dafür notwendige Tilgung und die dazugehörigen Zinsen zu den Betriebskosten hinzu, ergibt sich ein klarer Vorteil für eine Erdgasheizung. (vielleicht stelle ich auch einmal ein Berechnungsbeispiel auf die Seite)

22. August 2006: Notartermin. Der Kauf des Grundstückes wird gemeinsam mit der Eigentümerin besiegelt und die Auflassungsvormerkung an das Grundbuchamt übermittelt. Jetzt beginnen unnachgiebige Kräfte an meinem Kontostand zu zerren. Der Kaufpreis, die Notarkosten, die Grunderwerbssteuer sowie die Kosten für die Grundbucheintragung werden in den folgenden Tagen und Wochen fällig.

Nun ist also ein Grundstück da und es beginnen die Überlegungen zum Bau eines neuen Hauses.

folgende Wochen: Die Eigentümerin sagte dann überraschend den Verkauf ab und erst ein halbstündiges Telefonat (also für einen Mann ziemlich lange) führte dann dazu, dass sie uns von sich aus die Schlüssel zum Haus aushändigen wollte, damit wir es uns noch einmal ansehen und überlegen könnten. Wir haben dann einen Experten nach dem anderen herbei geholt, um eine Meinung zum Zustand und zur möglichen Zukunft des Hauses abzugeben. Die Bandbreite der Ratschläge war dem entsprechend. Es kristallisierte sich aber heraus, dass es besser wäre, das Haus abzureißen und komplett neu zu bauen. Vom Grundstück waren eigentlich alle begeistert.

Die Bank stimmte dem Kaufpreisgebot zu und leitete das Verkaufsverfahren über den Notar ein. Hier kam die Frage auf, ob man nicht mit dem Kaufpreis noch weiter nach unten hätte pokern können. Ja, vielleicht ein bisschen, aber es war auch so und unter Berücksichtigung der geschätzten Kosten für einen Abriss schon fast unanständig günstig.

22. Juni 2006: Das Haus wirkte äußerlich recht desolat. Innen sah man jedoch, dass Einiges gemacht worden war und in der Vorwendezeit hätte man sofort gesagt: "Ja, hier kann man einziehen!". Am folgenden Tag haben wir dem Makler unser Kaufpreisgebot übermittelt, welches aber gegenüber dem Kaufpreis aus dem Exposé erheblich reduziert war, weil wir daran zweifelten, dass das bestehende Haus tatsächlich so für unsere Zwecke nutzbar sein würde und ein notwendiger Ausbau überhaupt machbar wäre.

20. Juni 2006: Mit dem Grundstücksmakler war für den Vormittag ein Termin angesetzt, um das Objekt der Begierde gemeinsam mit der Eigentümerin anzusehen (Wir waren nicht die Einzigen die kamen). Sie erschien aber aufgrund eines Missverständnisses nicht, so dass wir uns lediglich das Grundstück und nicht das darauf stehende Haus ansehen konnten. Da ich den Tag frei genommen hatte und ihn nicht weiter untätig verstreichen lassen wollte, bin ich einfach überfallartig zur Eigentümerin (deren Adresse ich inzwischen herausgefunden hatte) gefahren. Nach anfänglicher Skepsis war sie einverstanden, zwei Tage später uns das ganze Grundstück und das Haus zu zeigen.

Anfang Juni 2006: Bei diversen Streifzügen durch das Internet und die reale Umgebung von Taucha sind wir auf ein unbewohntes und für uns interessantes Grundstück gestoßen. Es stellte sich einige Tage später heraus, dass es tatsächlich zum Verkauf stand.

 

Hauptanliegen des Bautagebuches soll es sein, anderen Bauinteressierten an unseren Erlebnissen und Erfahrungen bei der Umsetzung unseres Hausbauprojektes teilhaben zu lassen. Wir wollen damit ein Stück von dem zurückgeben, was uns andere in ihren Bautagebüchern an Informationen vermittelt haben, die für uns schon äußerst wertvoll waren oder es immer noch sind. So ein Hausbau ist ja gerade für denjenigen, der nicht vom Fach ist und erstmalig baut, eine recht komplexe Angelegenheit. Wenn wir anderen künftigen Bauherren ein bisschen helfen können, grobe Fehler, die meistens teuer sind und Zeit kosten, zu vermeiden, dann sind wir schon zufrieden.

Unsere Absicht ist es ausdrücklich nicht, der Welt und insbesondere unserem näheren Umfeld nun unbedingt mitzuteilen zu müssen, wie toll unser Haus vielleicht einmal aussehen wird. Auf der anderen Seite ist so eine Homepage natürlich eine praktische Möglichkeit, auf einfache Weise alle Freunde, Bekannte und Kollegen, die ohnehin immer wieder fragen - "Und ... wie weit isses mit´m Bau?" - einigermaßen auf dem Laufenden zu halten. Wir hoffen daher auf wohlwollenden Zuspruch ;-)

 

zuletzt aktualisiert am 18.02.2010